Dienstag, 16. Februar 2010

Uralte Viren haben unsere Erbsubstanz infiziert

Japanische Wissenschaftler stießen kürzlich in menschlichem Erbgut auf die Überreste eines tierischen Virus. Irgendwann, vor zirka 40 Millionen Jahren, muss es zu einer fatalen Infektion gekommen sein, die auch die Vorstufen des Menschen erfasste und sich weltweit ausbreitete. Der Eindringling heißt Bornavirus und befällt das Hirngewebe. Spielt deshalb nun die ganze Welt verrückt oder was bewirkt dieser Virus tatsächlich in unserer DNA?

Viren sind gemeine kleine Biester – und eben doch keine, weil sie ja gar keine Lebewesen sind. Bei einigen dieser Kandidaten fragt man sich aber heutzutage: Gibt es sie wirklich oder soll uns dies nur glauben gemacht werden? Bei anderen stellt sich wiederum die Frage nach ihrer Herkunft und der tatsächlichen Gefährlichkeit. Wie sich dabei paradoxerweise herauskristallisiert, dürften die Impfstoffe bedrohlicher sein als die Viren selbst. Klar, das gilt nicht immer, aber anscheinend immer öfter. Von nützlichen Viren aber hört man ja eher selten. Wobei »nützlich« auch wieder ziemlich relativ ist. In geheimen Biolabors sind die kleinen Racker bekanntlich richtig beliebt und werden dort, natürlich nur zu defensiven Zwecken, eifrig gezüchtet; die Landwirtschaft setzt sie zur Schädlingsbekämpfung ein, und Mediziner nutzen sie, um mutierte Sonder-Exemplare auf Krebszellen loszulassen. Eigentlich auch so eine Art von Schädlingsbekämpfung. Ansonsten allerdings haben sie meist eher unangenehme bis tödliche Nebenwirkungen.

Was aber hat es mit den Viren-Resten auf sich, denen japanische Forscher jetzt in unserem Erbgut auf die Schliche gekommen sind? Laut den aktuellen Erkenntnissen sind wir allesamt davon befallen. Denn seit der Erstinfektion sind vermutlich schon 40 Millionen Jahre vergangen. Da auch Viren etwas von Globalisierung verstehen, haben sie sich mittlerweile weltweit ausgebreitet. Nebenbei bemerkt, war der im August 2001 verstorbene englische Forscher Professor Fred Hoyle felsenfest davon überzeugt, dass es dazu keineswegs immer viele Millionen Jahre braucht, sondern dass so eine weltumspannende Infektion durchaus im Handumdrehen geschehen kann, buchstäblich von einem Augenblick zum nächsten. Viele Krankheiten stammen Hoyles Ansicht nach aus organischen Reservoirs im Kosmos, beispielsweise Kometenmaterie, die ein geeignetes Milieu für primitive Lebensformen bietet, Leben, das selbst unter extremsten Bedingungen noch gedeiht. Driftet unsere Erde in eine derartige Lebenswolke, dann, so folgerten Hoyle und sein Kollege Chandra Wickramasinghe, hüllen die Viren den gesamten Planeten schnell ein. Immer wieder geraten damit auch neuartige Grippeviren auf die Erde, ein ewiger Kampf also. Sicherlich, ein exotisches Konzept, aber die Argumentation der beiden renommierten Forscher beruht immerhin auf bemerkenswerten Beobachtungen und Schlussfolgerungen. (weiterlesen...)

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