Dienstag, 9. Februar 2010

Impfstoffmangel: Mehr Profit mit Schweinegrippe als mit Kleinkindern

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline kann mehrere wichtige Impfstoffe für Kleinkinder nicht mehr liefern. Wolfram Hartmann, der Präsident des Verbandes Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, rechnet mit einem Engpass bis Ende März. Er sagt: “Deutschland hat die höchsten Impfstoffpreise in Europa. Es muss doch möglich sein, dass der Hersteller entsprechend liefern kann.”

Seit Anfang des Jahres sind 7 Impfstoffe für Säuglinge nicht mehr zu haben. Der Grund: GlaxoSmithKline hatte seine Produktion auf den lukrativen Impfstoff gegen Schweinegrippe umgestellt. Wolfram Hartmann fordert: “Wir haben ein Problem des Marktes, auf dem es nur einen Anbieter gibt. Es müsste mehrere Anbieter geben und der Staat müsste sie verpflichten, auf Vorrat zu produzieren.”

Richtig, Herr Doktor, wir müssen Patentmonopole beseitigen. Nachdem es nur eine Partei gibt, die sich ernsthaft dafür einsetzt, empfehle ich Ihnen, in Zukunft Piraten zu wählen.

Ach, noch was: GlaxoSmithKline machte 2009 7,2 Milliarden Euro Reingewinn (vor allem mit Impfstoffen) und entlässt jetzt 4000 von 99.000 Mitarbeitern. (fr-online) (Foto BZgA)

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